Mittwoch, 6. Februar 2008

Post-Magisterarbeit

Ich kann es nicht glauben, doch ich hab mich gekniffen. Es muss also stimmen. Ich habe meine Magisterarbeit abgegeben! Mehr als ein halbes Jahr habe ich nun auf diesen Moment hingearbeitet - dass ich ins Prüfungsamt schlappe, meine Arbeit in doppelter Ausführung unter dem Arm, hinein ins Büro der netten Frau D. gehe und freudestrahlend, pfundweise erleichtert wieder hinaus tanze. In den Sonnenschein, in ein neues Leben.
Stattdessen war ich so müde und überarbeitet, dass ich mich mit Ach und Krach nach Hause geschleppt habe und nur noch ins Bett gefallen bin. Sonnenschein? Eher wolkenverhangen, mein Himmel, und träääge.

Tja, jetzt, wo ich den Post überarbeite, sind ein paar Tage vergangen seitdem (genauer gesagt 2) und was ist geschehen? Muss ich mich noch immer kneifen? Setzte ich mich instinktiv an den PC, schalte ihn an, nur um zu sehen, dass schon alles getippselt wurde? Keine Korrekturen? Keine Panikattacken mehr? Und bis zu den Prüfungen ist es auch "noch" ein halbes Jahr....

Ich habe mir nun also eine Liste erstellt. Soweit musste es kommen. Ich habe mir eine Liste erstellt. Und darauf geschrieben, wie ich meine, nun freie, Zeit in ferner Zukunft zu planen gedenke. Darauf stehen so leicht zu vergessende Sachen wie Jobsuchen. Bewerbungen schreiben. Aufräumen (schon abgehakt, puh...). Nach Berlin fahren und Freiheit schnuppern.... Braucht es dafür Worte? Und schon gar Listen? Wahrscheinlich wir die freie Zeit eh ganz schnell vorbei gehen!

Jetzt heißt es erst einmal, runter kommen und Schlaf nachholen. Und Konzertina spielen, denn über die Konzertina handelte meine Arbeit und so bleibt mir ein Teil jener erhalten. Hätte mich nicht im letzten Moment noch die Muse geküsst, wäre ich nie auf dieses wundervolle, vom Aussterben bedrohten Instrument gestoßen und hätte es sogar spielen gelernt.

Während also viele meiner Freunde ihre Arbeit einfach nur abgeben, sie nicht einmal ein eigenes Exemplar davon für sich selbst drucken lassen, streiche ich zärtlich über mein Instrument und freue mich. Über die Klänge, die es hervorbringt. Über die Liste, der es aus unerfindlichen Gründen bedurfte, um einen Geschmack meiner neuen Freiheit zu bekommen. Über den Sonnenschein.

In diesem Sinne, list on!

1 Kommentar:

seleneos hat gesagt…

Mensch, du glaubst gar nicht wie beruhigend es ein kann, sowas zu lesen.. ;) Es kann so gut sein, zu wissen, das es einem nicht allein so geht! Freu mich jedenfalls, dass man nun von dir hier lesen kann...werd mich hier auch nach und nach durcharbeiten! Dickes Indianerehrenwort! Und bei der Geleganheit: mich gibt es hier jetzt auch!
ich drück dich!
Franzi