Montag, 5. Juli 2010

Ironie und Empirie

Deutschland-Australien: gesehen am TV-Gerät im Wohnzimmer einer Freundin, mit Fan-Shirt: 4:0
Deutschland-Serbien: gehört irgendwo in Nürnberg, ohne Fan-Shirt: 0:1
Deutschland-Ghana: 1. Halbzeit gesehen in einem Biergarten in Berlin, ohne Fan-Shirt: 0:0; 2. Halbzeit: gesehen im Hotelzimmer, ohne Fan-Shirt: 1:0
Deutschland-England: gesehen im heimischen Wohnzimmer, mit Fan-Shirt: 4:1
Deutschland-Argentinien (ohoh): gesehen im heimischen Wohnzimmer, mit Fan-Shirt: 4:0

Das kann kein Zufall sein.

Ich habe verschiedenes versucht, damit wir zum Ziel kommen. Und Rituale müssen auch einmal durchbrochen werden - und sei es nur, weil der Zweck die Mittel heiligt. Ein Fußballspiel, nein, ein WM-Fußballspiel an einem Werktag um 13:30 Uhr. Nun ja. Schnell Urlaub nehmen? Nun ja. Eher nicht. Ein Radio muss deshalb her. Batterien. Ein Sender. Die Bayern 5 Moderatoren grölten, nörgelten, schrien - es half nichts. Eine Niederlage (und was für eine) gegen Serbien.
Finales Gruppenspiel, Mittwochs, 20:30 Uhr. Die erste Halbzeit: Public Viewing in Berlin-Dahlem. 0:0. In der Halbzeitpause schnell ins Hotel, Fernseher an und: Tor.

Da begann ich, die Tendenz zu begreifen, die Theorie bestätigt zu sehen: Ich, ein geschlossener Raum, ein Fernsehgerät mit maximal 56 Zoll und - Deutschland siegt! So einfach ist das. Hahaha. Na dann. Erhöht wird die Trefferzahl merklich wenn ich zudem ein Jubelschrei-durchtränktes Fan-Shirt anziehe. Vor dem ersten Spiel Deutschland-Australien habe ich vor einem Dutzend Ohren geschworen, es nicht zu waschen, bis wir gegen die Niederlande das Finale gewonnen haben. (Zumindest so ähnlich war der Wortlaut, hüstel.)
Liebe Fußball-Freunde: Macht euch keine Sorgen! Am Mittwoch werde ich wieder indoor schauen und mein Shirt liegt schon bereit. Mein Tipp: 1:4. Für Spanien.