Mittwoch, 30. Dezember 2009

Liebes Jahr,

wie geht es dir? Alt bist du geworden, müde und farblos. Ganz still bist du geworden, erschöpft, und doch hat irgendwer gesagt, du wirst neu erwachen, von vorn beginnen, nur unter anderem Namen.

Es war schön dich zu begleiten, von dir begleitet zu werden, Tag um Tag, doch nicht immer einfach, in dein Gesicht zu sehen.

Jeder Mensch hat bereits Forderungen an dich gestellt, da warst du noch nicht einmal geboren. So auch ich. Wieviele davon hast du erfüllt? Ich habe tausende Kiloometer in dir gefangen zurück gelegt und ich bin sicher, die letzten tausend davon waren die schönsten, die befreiensten. Veränderung hast du gebracht, viel gute, endlich. Trost hast du bereitgehalten und Durchhaltevermögen, mehr als ich je dachte zu besitzen oder zu erleben. Stille Momente waren dabei, wenn auch nur ganz, ganz wenige. Viele Bilder lässt du in mir zurück, in meinen Kopf, die ich wieder und wieder anschaue, wenn ich Zeit finde. Bilder vom Meer, Bilder von Bergen, von Gelegenheiten, genutzt und ungenutzt. Bilder von Menschen. Bilder von Trauer, von Rückschlägen und Ängsten, die doch irgendwoher Erleichterung erfahren haben. Bilder von Liebe, von Freude, Bilder von Träumen, die manchmal nicht vom Leben zu trennen waren.

Nun stellt man die Uhren auf Null, auf Nichts, doch nicht ohne zu feiern, dich zu feiern und dein neues Erwachen, deinen Beginn, deinen anderen, neuen Namen.

Nun denn, viel Glück, einen guten Start und ... bis gleich!

Dienstag, 22. Dezember 2009

Ja, ist denn schon wieder...???

Die letzten Geschenke kaufen, die letzten Stunden im Büro, die letzten Nächte nicht allein im Bett: Dann ist Weihnachten. Bis auf das obligatorische Geschenke-so-auspacken-dass-man-das-Papier-nochmals-verwenden-könnte-obwohl-man-in-jenem-Moment-schon-weiß-dass-man-es-eh-nicht-tut liegt alles doch eigentlich schon hinter mir: Weihnachtsmärkte, Weihnachtskekse, Weihnachtsgefühle. Weihnachtsstress. In der Reihenfolge, bitte. Oder nicht?
Nicht mehr lang und ich werde, in Richtung Heimat tuckernd, wieder Stunden halb-sitzend, halb-stehend auf meinem quietschroten Stewardessenkoffer im Gang diverser Züge verbringen. Immerhin, es geht noch schlimmer. Denn der Letzte muss bekanntlich in der Toilette platz nehmen. Oder auf dem Dach. Deutsche Bahn: Nicht mitnehmen, gibts nicht.
Ich freue mich auf Weihnachten, auch wenn mich jetzt schon dieses Gefühl beschleicht, das normalerweise immer erst am späten Abend des 26. Dezembers in mir aufkommt: Jetzt ist alles wieder vorbei, ich muss wieder ein Jahr warten. Mich trötstet der Gedanke, dass an Ostern schon wieder neue Schokoladenweihnachtsmänner in den Fabriken gefertigt werden. Und Ostern ist ja auch wieder bald, schließlich kann man Osterschokoladenhasen bereits in vier Wochen wieder im Handel kaufen.
Dieses Jahr kommt mir vor wie drei Jahre in einem. Das erste Wort, das mir dazu einfällt, ist wie alle die Male in den letzten Jahren dieses: Umzug. Kisten. Abschied. Willkommen. Diesmal: Ankommen. 100 schlechte Erfahren, Erlebnisse. Und zehn gute. Die aber richtig.
Jetzt will ich endlich nur noch unter eine imaginäre Weihnachtsdecke kriechen. Mitzunehmen sind: Weihnachtsmarkt, Weihnachtskekse, Weihnachtgefühle. Keinen Stress. Keinen Weihnachsstress! Dazu leckeren Weihnachtsbraten, Weihnachtsbaum mit Weihnachtsschmuck, zwei, drei gute (Nicht-Weihnachts-)Bücher, Katie Melua, Schlittschuhe und Goldschätze. Bilder und gute (Weihnachts-?)Gedanken an dieses Jahr. Meine Lieben. Stille.