Mittwoch, 28. Mai 2008

Aus Mangel an Alternativen

Heute bin ich verschnupft, doch halt, nein, ich bin guter Dinge. Zumindest wie man es als verrufener, ständig nörgelnder deutscher Staatsbürger sein kann. Die Pollen jagen mich kreuz und quer und immer, immer kriegen sie mich. Damit muss bald Schluss sein.
Ich lerne gerade. Nun, vielleicht nicht in eben dieser Minute, aber: zur Zeit. Investigativer Journalismus steht auf dem Plan und es ist bis dato das spannendste Thema.

Da der Abend, nach erdbeer-schmeckenden Küssen, noch nicht zu Ende ist, werde ich vielleicht mal wieder mein meist nutzloses, verstaubtes Fernsehgerät einschalten. Normalerweise wird der kleine graue Knopf mit der roten Lamoe daneben nur selten angeknipst. Zu Anne Will, zu Maischberger, selten mal zu seichter Unterhaltung (immerhin auch eine Grundversorgung, jupp). Diesmal werde ich mir vielleicht Hart aber fair antun. Antun, ist genau das richtige Wort, denn ich mag diese Sendung überhaupt nicht. Sicherlich liegt es nicht am gewöhnungsbedürftigen Halbkreistisch (da schimpfe noch einmal jemand über Anne Wills Studio Farben tse). Auch nicht an den Gästen, die sind so wie so alle Fähnchen im Wind der politsichen Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen. Es liegt also am Moderator und fast würde ich sagen: Nur an ihm. Keine Ahnung, was Spiegel, taz und co. ihm immer für Lorbeeren in den Kaffee schmeißen. (Vielleicht liegt eine Verwechslung vor. Himbeeren. HIMbeeren, Mensch!) Vielleicht, weil er ein Mann ist, haha. Aber diese zur Schau getragene Ich-weiß-dass-ihr-euch-jetzt-ärgert-dass-ihr-der-Will-dieser-L.-den-Vorrang-gegeben-habt-hehe-ich-habs-euch-doch-gleich-gesagt-hab-ich-doch-Attitüde lässt mich höchstens grinsen und zwischendrin mal Gähnen. Da fragt man sich, wie dieser Mann noch durch die Studiotür passt. Aber sicher, was man so hört, der ist ganz nett. Charme-Offensive. Du-kannst-mich-ruhig-Dutzen-Kumpel. Klar. Nur Mittwochabends knipst er den Charme aus. Da muss er nämlich knallhart sein. Fakten, Fakten. Höhnisch lächeln. Alles Lügner. Außer Mama.

Sonntag, 18. Mai 2008

Der alltägliche Wahn-Sinn

Heute ist ein schlechter Tag. Nicht etwa, weil die Sonne nicht scheint. Auch nicht, weil wir den Tag damit verbrachten, das liegen gebliebende Auto meiner Freundin abschleppen zu lassen und in einer kleinen oberfränkischen Stadt einen Klempner aufzutreiben, der die auslaufende Therme im Bad reperiert (und das alles an einem Sonntag...). Heute ist ein schlechter Tag, weil ich mal wieder nicht das schaffe, was ich mir vorgenommen habe: Ein gewisses Pensum an Lernstoff duchzuarbeiten. Ich sitze hier inmitten von 30 Büchern, die sich mit publizistischen Lehrwerken und Sinti-Jazz befassen und maile, surfe, springe ständig auf und ab, singe lauthals schnulzige Lieder (die ich so wie so schon den ganzen Tag las Ohrwurm habe) und lese Miriam Meckels herrliches "Glück der Unerreichbarkeit" mit einem verborgenen Grinsen auf den Lippen. Hin und wieder frage ich mich dann, ob die ironielosen Franken dieses Landstriches eigentlich dieses Buch mit demselben Gespür für die oft feine, leise anklingende Ironie zwischen den Zeilen lesen könnten, wie jene Bewohner des Landes nördlicherseits.

Wie dem auch sei, ich schaffe es im Moment nicht, mich zu motivieren und das frustriert mich ungemein. Deshalb werde ich mir einen Stundenplan erstellen, um all dies zu schaffen. Denn noch stehen die Themen für die Hauptfach-Prüfungen nicht und ich hadere mit mir selbst und den Wegen, die zu beschreiten in den nächsten Monaten nötig sind.

Vielleicht muss ich mir auch nur mehr Anreize schaffen. Es liegt nämlich nicht an Desinteresse und Unwille am Lernen. Das zumindest kann ich sicher sagen. Es liegt am Zeit-Management und manchmal auch an mangelnder Konzentration in Anbetracht zu vieler verfühererischer Ablenkungsmanöver von Seiten des laufenden PCs (Ausschalten!), Freunden (Stark bleiben!) und Partnerschaft (Doppelt stark bleiben!).

Ich werde also zu aller erst über das Lernen lernen müssen. Wat mut, dat mut.

In diesem Sinne: tie yourself and go on!