Sonntag, 18. Mai 2008

Der alltägliche Wahn-Sinn

Heute ist ein schlechter Tag. Nicht etwa, weil die Sonne nicht scheint. Auch nicht, weil wir den Tag damit verbrachten, das liegen gebliebende Auto meiner Freundin abschleppen zu lassen und in einer kleinen oberfränkischen Stadt einen Klempner aufzutreiben, der die auslaufende Therme im Bad reperiert (und das alles an einem Sonntag...). Heute ist ein schlechter Tag, weil ich mal wieder nicht das schaffe, was ich mir vorgenommen habe: Ein gewisses Pensum an Lernstoff duchzuarbeiten. Ich sitze hier inmitten von 30 Büchern, die sich mit publizistischen Lehrwerken und Sinti-Jazz befassen und maile, surfe, springe ständig auf und ab, singe lauthals schnulzige Lieder (die ich so wie so schon den ganzen Tag las Ohrwurm habe) und lese Miriam Meckels herrliches "Glück der Unerreichbarkeit" mit einem verborgenen Grinsen auf den Lippen. Hin und wieder frage ich mich dann, ob die ironielosen Franken dieses Landstriches eigentlich dieses Buch mit demselben Gespür für die oft feine, leise anklingende Ironie zwischen den Zeilen lesen könnten, wie jene Bewohner des Landes nördlicherseits.

Wie dem auch sei, ich schaffe es im Moment nicht, mich zu motivieren und das frustriert mich ungemein. Deshalb werde ich mir einen Stundenplan erstellen, um all dies zu schaffen. Denn noch stehen die Themen für die Hauptfach-Prüfungen nicht und ich hadere mit mir selbst und den Wegen, die zu beschreiten in den nächsten Monaten nötig sind.

Vielleicht muss ich mir auch nur mehr Anreize schaffen. Es liegt nämlich nicht an Desinteresse und Unwille am Lernen. Das zumindest kann ich sicher sagen. Es liegt am Zeit-Management und manchmal auch an mangelnder Konzentration in Anbetracht zu vieler verfühererischer Ablenkungsmanöver von Seiten des laufenden PCs (Ausschalten!), Freunden (Stark bleiben!) und Partnerschaft (Doppelt stark bleiben!).

Ich werde also zu aller erst über das Lernen lernen müssen. Wat mut, dat mut.

In diesem Sinne: tie yourself and go on!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

...Blogeinträge zu schreiben ist ein weiteres handfestes und zuverlässiges mittel sich vor dem lernen zu drücken. aber ich habe mal irgendwo gelesen, dass während man einträge schreibt durch die konzentration auf die buchstabenabfolge auf der tastatur, erinnerungs-synapsen im gehirn aktiviert werden, welche an bereits gelesenes wissen resultierend aus buchstabenabfolgen innerhalb prüfungsrelevanter literatur, anknüpfen und somit unbewusst den lernstoff im gehirn manifestieren. von daher, nur weiter so, beglücke uns mit deinen tollen einträgen, denn dir kann nichts passieren, du bist auf der sicheren seite! und denke dran, dass ich denke, dass du trotz allem schnickschnack deine sache sicher toll machen wirst!
Küssü, deine Doppelbelastung