Dienstag, 9. März 2010

Schmelze.

Die Haltung ist grauenvoll, schon seit Monaten. Die Muskeln werden kürzer, die Tage länger, aber mit ihnen kommt nichts. Es bleibt der Winter.

Die Bücher stapeln sich meterhoch. Kleine schiefe Türme, heiß geliebt. Was habe ich in jede einzelne Zeile hinein interpretiert? Was davon war wirklich für mich bestimmt? Mit ihrem Anblick ertönt das Rattern der Gleise und Räder in meinem Kopf. Doch spüre ich nur ihre Seiten.

Die Gedanken schlagen Purzelbäume und verhaken sich. Ich schiebe und schiebe und erreiche nichts. Sie bleiben. Genau da wo sie sind, seit der Winter kam und dich unter seine Schneedecke gepackt hat. Dort liegst du noch immer und dort wirst du bleiben. Ich verstehe nichts. Das Licht in deinem Zimmer ist aus.

Morgends wühle ich durch weiche Haare. Die Müslischüssel dicht darüber, rieche ich den Schlaf, der nicht meiner war. Ich zähle die Sekunden. Tick, tick, ein Klingeln. Dann halte ich dich, spüre dich, es muss reichen, für diesen Tag. Und tausend Mal hauche ich: "Danke".

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